Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende und Studenten – Lohnen sich die Einsteigertarife?

Immer mehr Versicherungsgesellschaften bieten bei der Berufsunfähigkeitsversicherung auch sogenannte Einsteigertarife bzw. Startertarife an. Mit diesen Tarifen sollen vor allem Berufseinsteiger, Auszubildende und Studenten zum frühzeitigen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gebracht werden. Doch lohnen sich diese Einsteigertarife wirklich für Studenten und Auszubildende oder sollte man eher die Finger davon lassen?

In der Regel verfügen Berufseinsteiger, Auszubildende und Studenten nur über wenig Geld und haben daher oftmals Mühe, die Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufzubringen. Genau an diesem Punkt setzen die Einsteigertarife an. Die Tarife zeichnen sich dadurch aus, dass die Beiträge in den ersten Jahren wesentlich günstiger im Vergleich zu den Normaltarifen sind. Dafür aber muss der Versicherungsnehmer in den Folgejahren einen Anstieg der Beiträge akzeptieren. „Die Einsteigertarife sind im Vergleich zu den Normaltarifen in den ersten Jahren günstiger und steigen dann mit dem Alter an“, erklärt Dr. Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW. Bei den Normaltarifen hingegen bleiben die Versicherungsbeiträge über die gesamte Laufzeit konstant.

Rechtzeitig den Berufsunfähigkeitsschutz sichern

Generell empfehlen Experten jungen Leuten sich schon möglichst frühzeitig um den Berufsunfähigkeitsschutz zu kümmern. Denn mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr die Gesundheitsprüfung nicht mehr zu bestehen und dann keinen Berufsunfähigkeitsschutz mehr zu bekommen. „Erfahrungsgemäß nehmen mit fortschreitendem Alter die Vorerkrankungen zu, das kann dazu führen, dass später kein BU-Schutz mehr möglich ist oder wenn, dann mit Prämienaufschlägen oder Leistungsausschlüssen“, erklärt Simone Szydlak von der Volkswohl Bund Versicherung. Hier bieten die Startertarife eine gute Möglichkeit, um sich auch als Student oder Auszubildender eine Berufsunfähigkeitsversicherung bereits in jungen Jahren zu sichern. „Studenten oder Auszubildende können sich in der Regel nur schwer einen Vertrag zum "Normalpreis" leisten. Da aber eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglichst schon in jungen Jahren abgeschlossen werden sollte, hilft hier ein günstiger Einstieg“, erklärt Verbraucherschützerin Dr. Annabel Oelmann.

Gesamtkosten sind bei den Einsteigertarifen höher

Auf den ersten Blick locken die Startertarife der Berufsunfähigkeitsversicherung natürlich mit sehr günstigen Beiträgen. Doch davon sollte sich Verbraucher nicht täuschen lassen. Da die Beiträge in der Folgezeit deutlich nach oben gehen, führt dies dazu, dass auf lange Sicht die Kosten höher sind als bei den Normaltarifen. „Versicherte, die die variablen Beiträge wählen, zahlen erfahrungsgemäß mehr über die gesamte Laufzeit als Versicherte, die sich für einen Tarif mit festen Beiträgen entscheiden“, erklärt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Der Verbraucher sollte sich also keineswegs von den geringen Anfangsbeiträgen blenden lassen und die Gesamtkosten richtig einzuschätzen wissen. Berufseinsteiger, Auszubildende und Studenten, die es sich finanziell leisten können, sind daher mit den Normaltarifen der Berufsunfähigkeitsversicherung besser bedient.

Später in den Normaltarif wechseln

Die Einsteigertarife führen zwar verglichen mit den Normaltarifen langfristig zu höheren Kosten. Dafür eröffnen sie dem Versicherungsnehmer aber die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt in einen Normaltarif zu wechseln. Gerade für Auszubildende und Studenten, die sich ansonsten überhaupt keine Berufsunfähigkeitsversicherung leisten könnten, sind die Einsteigertarife daher eine gute Option, um sich den wichtigen Versicherungsschutz schon für später zu sichern. „Sofern ich mir einen Normaltarif zu Berufsbeginn nicht leisten kann, ist ein Einstieg über die Starterpolicevariante eine mögliche Alternative. In diesem Fall sollte ich möglichst frühzeitig in den Normaltarif umsteigen“, rät Dr. Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW. Grundsätzlich gilt es nämlich zu bedenken, dass je länger man mit dem Wechsel in den Normaltarif wartet, umso mehr steigen die Kosten aufgrund des höheren Eintrittsalters.