Schulunfähigkeitsversicherung

Schulunfähigkeitsversicherung – sinnvoll oder nicht?

Die Versicherungsbranche entwickelt immer wieder neue Versicherungsprodukte. Eines dieser neuen Produkte ist eine Schulunfähigkeitsversicherung. Dabei handelt es sich im Grunde genommen um eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder und Jugendliche, die noch zur Schule gehen. Denn eine richtige Berufsunfähigkeitsversicherung ist in der Regel erst im Alter von 15 Jahren abschließbar. Doch ist eine derartige Schulunfähigkeitsversicherung für Kinder wirklich sinnvoll. Nachfolgend erläutern wir was für und gegen eine Schulunfähigkeitsversicherung spricht.

Kind muss langfristig dem Unterricht fern bleiben

Die Schulunfähigkeitsversicherung springt ein, wenn das versicherte Kind für einen Zeitraum von mindesten sechs Monaten nicht am Schulunterricht teilnehmen kann. Dann zahlt die Schulunfähigkeitsversicherung eine monatliche Rente an das Kind bzw. dessen Erziehungsberechtigte aus. Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob das Kind aufgrund einer Erkrankung oder aber aufgrund eines Unfalls nicht am Unterricht in der Schule teilnehmen kann.

Der Haken bei einer Schulunfähigkeitsversicherung ist jedoch, dass in vielen Fällen die Kinder trotz Krankheit oder Behinderung die Schule weiterhin besuchen. So kann auch ein Kind, dass nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist, weiterhin am Schulunterricht teilnehmen. In diesem Fall zahlt die Schulunfähigkeitsversicherung dann keinen Cent. Die Schulunfähigkeitsversicherung wird also nur in besonders schweren Fällen wirklich zu tragen kommen, wenn das Kind über einen langen Zeitraum nicht zur Schule gehen kann, zum Tragen kommen

Schulunfähigkeitsversicherung in Berufsunfähigkeitsversicherung umwandeln

Neben der Rentenzahlung bei Schulunfähigkeit kommt beim Abschluss einer Schulunfähigkeitsversicherung aber noch ein weiterer Aspekt zum Tragen. Wenn die Schulzeit beendet ist, kann die Schulunfähigkeitsversicherung in eine richtige Berufsunfähigkeitsversicherung umgewandelt werden, ohne dass eine erneute Gesundheitsprüfung notwendig ist. Die Schulunfähigkeitsversicherung ist somit praktisch auch eine Eintrittskarte für eine spätere Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn aufgrund von Vorerkrankungen kann sonst möglichweise später die Aufnahme in die Berufsunfähigkeitsversicherung abgelehnt werden.

Kinderinvaliditätsversicherung als Alternative zur Schulunfähigkeitsversicherung

Grundsätzlich ist es sinnvoll, Kinder zusätzlich zur gesetzlichen Unfallversicherung abzusichern. Als sinnvolle Alternative zur Schulunfähigkeitsversicherung bietet sich der Abschluss einer Kinderinvaliditätsversicherung an. Die Kinderinvaliditätsversicherung zahlt, wenn dem versicherten Kind infolge einer schwerwiegenden Erkrankung oder eines Unfalls ein Grad der Behinderung von 50 oder mehr bescheinigt wird. Anders als bei der Schulunfähigkeitsversicherung spielt es bei der Kinderinvaliditätsversicherung für die Leistungserbringung keine Rolle, wie lange das Kind nicht am Schulunterricht teilnehmen kann.

Wenn das Kind aufgrund von Vorerkrankungen keine Kinderinvaliditätsversicherung abschließen kann, gibt es als Alternative noch die Möglichkeit eine Kinderunfallversicherung abzuschließen. Die Kinderunfallversicherung zahlt zwar nur bei Unfällen und nicht bei schweren Erkrankungen, stellt aber zumindest einen kostengünstigen Basisschutz für Kinder sicher. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nämlich nur, wenn dem Kind in der Schule oder auf dem Schulweg etwas passiert, nicht jedoch bei einem Unfall in der Freizeit.