Private Rentenversicherung – Diese Kosten müssen Sie einkalkulieren

Um auch im Alter seinen Lebensstandard halten zu können, ist wichtig sich rechtzeitig um die Altersvorsorge zu kümmern. Eine Option fürs Alter vorzusorgen ist die private Rentenversicherung. Vor Abschluss einer privaten Rentenversicherung sollte der Versicherungskunde aber erst einmal einen genaueren Blick auf die anfallenden Kosten werfen.

Abschlussgebühren und Verwaltungskosten bei der Rentenversicherung

Sowohl die Versicherungskonzerne als auch die Versicherungsmakler wollen natürlich an dem Vertrieb der privaten Rentenversicherungen verdienen. Zunächst einmal fällt beim Vertragsabschluss daher eine Abschlussgebühr an. Hinzukommen noch die Verwaltungsgebühren, die jährlich berechnet werden. Für den Versicherungskunden machen sich die anfallenden Gebühren auf den ersten Blick aber gar nicht bemerkbar. Denn diese Gebühren werden direkt von den Beitragszahlungen des Versicherungsnehmers abgezogen. Das aber hat wiederum zur Folge, dass der Sparanteil niedriger ausfällt, was sich letztlich auf die Rentenzahlung im Alter auswirkt. Deshalb sollte man sich die Vertragskonditionen ganz genau ansehen. „Sowohl Abschluss- als auch Verwaltungskosten müssen bei Vertragsschluss benannt werden. Allerdings sind die bei den Abschlusskosten enthaltenen Provisionen, die den größten Teil der Abschlusskosten ausmachen, nicht gesondert aufzuzeigen“, erklärt Dr. Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW.

Große Unterschiede bei den Gebühren

Bei der Höhe der verlangten Gebühren gibt es erhebliche Unterscheide zwischen den einzelnen Anbietern. Daher sollte der Verbraucher nicht das erstbeste Angebot annehmen, sondern die Angebote vor Vertragsabschluss genau vergleichen. „Am besten ist es, verschiedene Angebote einzuholen und auf diese Weise mehrere Anbieter zu vergleichen. Das kostet zwar etwas Zeit, doch der Aufwand lohnt sich. Denn Leistungen und Kosten der Versicherer sind sehr unterschiedlich“, weiss Hasso Suliak, Sprecher des GDV. Auch Verbraucherschützerin Dr. Annabel Oelmann bestätigt: „Sowohl bei den Abschluss- und Verwaltungskosten als auch bei der Rendite sind die Unterschiede enorm.“ Der Verbraucher muss daher bei der Auswahl der passen Rentenversicherung ganz genau hinschauen. Wer unsicher ist, sollte sich unabhängig beraten lassen. Denn die Altersvorsorge darf man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen.

Tipp: Wer eine Rentenversicherung abschließt, sollte nach Möglichkeit die pro Jahr fällige Versicherungsprämie als Einmalzahlung entrichten. „Verbraucher, die einen Abschluss tätigen wollen, sollten die Beiträge jährlich zahlen, so gibt es keinen Ratenzahlungszuschlag für eine unterjährige Zahlungsweise“, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV).

Dynamische Beitragsanpassungen lassen Kosten ansteigen

Häufig werden bei Rentenversicherungsverträgen dynamische Beitragsanpassungen vereinbart. Dann wird die Versicherungsprämie in regelmäßigen Abständen automatisch nach oben angepasst. Auf diese Weise soll ein infaltionsbedingter Kaufkraftverlust der Rente ausgeglichen werden. Allerdings haben diese dynamischen Beitragsanpassungen auch einen ganz entscheidenden Nachteil. Bei jeder Beitragsanpassung fallen erneut Abschlussgebühren an, was die Kosten für die private Rentenversicherung zusätzlich in die Höhe treibt. „Die Vereinbarung einer Dynamik schmälert die Rendite einer Rentenversicherung noch weiter. Denn das Versicherungsunternehmen kann einen Teil der Beitragssteigerung für Provision und Abschlusskosten einbehalten“, erläutert Bianca Boss vom BdV.